235/1 – FESU, FÜR EINE SAUBERE UMWELT



Pilotprojekt sucht Nachahmer!


Die Vermüllung der Uferflächen entlang des Mains stellt viele Kommunen, Naturfreunde und Umweltschutzorganisationen vor großen Herausforderungen. Gerade zu Zeiten der Pandemie, wo viele Menschen Urlaub vor der Haustüre bevorzugen, leidet vermehrt die Umwelt unter den Auswirkungen. Einige Angler & Naturschützer aus Zellingen haben sich deshalb zum Handeln gezwungen gesehen. "Es hat nicht mehr ausgereicht den Müll der übrigen Besucher einzusammeln und zu entsorgen. Das mache ich schon seit vielen Jahren. Aber seit der Pandemie hat die Menge derart zugenommen, dass das nicht mehr zu stemmen ist." so einer der Naturfreunde.


Mit einem harten Kern von 3 - 5 Leuten und etlichen weiteren Unterstützern begann ein reger digitaler Austausch wie der Vermüllung am besten zu begegnen wäre. Das Ergebnis: Schilder an neuralgischen Stellen mit entsprechenden Hinweisen, dass jeder seinen Müll fachgerecht entsorgen soll. Dabei sollte der erhobene Zeigefinger nicht vordergründig zum Einsatz kommen, denn Verbote helfen selten. Die Gruppe hat sich lieber humorvolle, witzige und zumeist positive Hinweise zu Nutze gemacht, die zum Nach- und Umdenken bewegen.


Nachdem der Inhalt klar war, ging es an die Umsetzung. Eines war wichtig: es sollte nicht noch mehr Müll in Form der Schilder in die Natur eingebracht werden. Also schieden schon einmal die Klassiker wie Aluminium, Kunststoffe u.ä. aus. Auch bei den Druckfarben gibt es derzeit keine umweltfreundlichen haltbaren Farben für den Outdoor-Bereich. Was also tun? Am Ende fiel die Entscheidung, dass es Holzschilder werden sollen. Eichenholz, das die Gruppe auf Spendenbasis von der Firma Vater & Sohn aus Retzbach, zur Verfügung gestellt bekommt. Das Holz ist PEFC-zertifiziert und wird als Bastelholz (Abfallprodukt im Sägewerk) in 3m³-Packs abgegeben. Auch das Furnierwerk Fritz Kohl aus Karlstadt unterstützt die Gruppe mit Holzspenden. Die Bedruckung wurde zugunsten von Lasergravierung aufgegeben. Der Erwerb eines Lasers konnte Dank der finanziellen Unterstützung der Sparkasse MainFranken realisiert werden. So kann die Gruppe die Gravur der Schilder individuell selbst bestimmen und durchführen. Für Nachahmer bietet der BN eine Einführung in die Holz-Lasergravur an. Diese ist ganz einfach und funktioniert mit Bildern und einer kostenlosen App. Nun hängen Schilder selten in der Luft, sondern brauchen eine Befestigungsmöglichkeit. Hier wird die Gruppe von den Bayrischen Staatsforsten unterstützt, die die Roteichen-Pfosten sponsern.

FESU

Unsere Projektgruppe will mit originellen Schildern der Vermüllung der Landschaft entgegenwirken und zum Nachahmen animieren. Die Texte der Schilder dürfen gerne verwendet werden. Das Ganze Projekt ist als Pilot-Projekt zum Nachmachen gedacht. Viele holzverarbeitende Firmen geben kostenlos oder auf Spendenbasis Holzabfälle ab. Auch Förster oder Forstunternehmen kann man um Unterstützung bei der Beschaffung von Pfosten bitten. Wer jetzt Lust bekommen hat selbst eine FESU Gruppe ins Leben zu rufen, meldet sich bitte bei Erwin Scheiner (erwin.scheiner@t-online.de oder 09353 7177).



 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

FESU - BUND Naturschutz in Bayern e.V. (bund-naturschutz.de)

FESU_alle_Schildsprüche_2021.pdf (bund-naturschutz.de)

 

Quelle: Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Main-Spessart

Foto: Sandra Ruske


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